Ausschuesse

Und Michael Makiolla weiter: „Horst Weischenberg ist ein ehrenamtlich engagierter Funktionär, dessen Einsatz den sonst üblichen Rahmen in außergewöhnlichem Maße übersteigt.“ Er beschrieb das ehrenamtliche Engagement, für das Weischenberg seit Jahrzehnten steht, als einen eminent wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. Horst Weischenberg ist seit 1955 Mitglied des SuS Oberaden, war dort von 1980 bis 1993 Jugend- und Seniorentrainer und von 1987 bis 1993 Geschäftsführer der Junioren und Senioren. Dazu hat er die Entwicklung und Förderung in der Jugendabteilung des SuS entscheidend mitgeprägt. Dabei machte er keinen Unterschied bei Nationalitäten und Glaubensrichtungen. Vor allem die Integration von Migrantennachwuchs  in die Sportvereine gehört mit zu seinen Anliegen. Ebenso die Förderung des Freizeit- und Breitensports für jede Altersklasse. „Nicht nur sie können heute stolz sein, ganz Bergkamen ist stolz auf sie“, tat die stellvertretende Bergkamener Bürgermeisterin Monika Wernau in Vertretung von Roland Schäfer kund.

Horst Weischenberg brachte sich nicht nur in seinem Heimatverein ein. Von 1993 bis 2004 war er Kassierer im Fußballkreis 32 Unna-Hamm. Von 1997 bis 2004 übte er das Amt des Pokalspielleiters aus, war seit 1993 Staffelleiter und ist es heute immer noch. Im Jahre 2004 stieg er zum Vorsitzenden des Fußball-Kreises Unna/Hamm auf, der 37.000 Mitglieder in 102 Sportvereinen aufweist. Der Kreisvorstand war bei der Ehrung vollständig vertreten wie auch das Präsidium des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen mit Gundolf Walaschewski an der Spitze.

FLVW-Präsident Gundolf Walaschewski, der mit seinen Vizepräsidenten Peter Westermann und Holger Bellinghoff  sowie Ehrenpräsident Hermann Korfmacher nach Operdicke gekommen war, schloss sich den Glückwünschen des Landrates an Horst Weischenberg an, stellte heraus, dass man wiederholt kontroverser  Meinung gewesen und er „kein stromlinienförmiger Kreisvorsitzender“ sei. Walaschewski: „Du vertrittst eigene Standpunkte und diese mit Konsequenz. Es hat gelegentlich Auseinandersetzungen gegeben, die aber nie das persönliche Verhältnis beeinträchtigt haben und sich immer um die Sache drehten. Dafür meinen Respekt und Hochachtung.“

Horst Weischenberg verstand das beileibe nicht als Kritik. „Dass ich ein bisschen schwierig bin, das weiß ich selber“, räumte er ein. „Ich mache das auch bewusst, denn ich habe bei vielen Dingen eine eigene Meinung und die möchte ich mir auch behalten.“ Er dankte seiner Familie, allen voran seiner Lebensgefährtin Regina Papkalla für die Unterstützung. Wer denn noch Glückwünsche aussprechen wolle, forderte Landrat Michael Makiolla am Ende dazu auf. Weischenbergs Tochter Sandra meldete sich, hatte keine Laudatio vorbereitet, sorgte aber dennoch für einen Schmunzeleffekt. „Ich bin stolz auf dich“, verriet sei, „aber ich muss dir leider sagen, dass ich bis heute nicht weiß, was Abseits ist.“

Nach der FLVW-Verdienstnadel (1998), der FLVW-Ehrennadel in Gold (2007) und der DFB-Verdienstnadel (2010) ist Horst Weischenberg seit Donnerstag nunmehr auch Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Eintrag: vom 06.04.2018 (Schu)